Sabryna und Manuel in Chile

Auf ihrer Reise sind Sabryna und Manuel im Januar in Chile gewesen und haben zwei ehemalige Preisträgerinnen besucht. Hier berichten sie über „Unvergessliche Momente mit Florencia“ und „Ein bisschen Deutschland am anderen Ende der Welt mit Sofia“

Aber lest selbst, wie die einstigen Schützlinge ihren Besuch aus Deutschland begeistern und hört am Ende, warum Manuel seit vielen Jahren Reiseleiter ist.

Als Reiseleiter im Preisträgerprogramm betreuen wir Schülerinnen und Schüler aus unterschiedlichen Ländern quer über die Welt verteilt. In Bonn holen wir unsere Schützlinge vom Flughafen ab und begleiten sie einen Monat auf ihrer Reise durch Deutschland. Für viele ist dies die erste große, die erste weite Reise weg von zuhause. Gerade am Anfang kommen manche unserer Schützlinge auch mit vielen Fragen oder ein bisschen Unsicherheit zu uns. Wir sind zwar für das Programm verantwortlich, aber viel mehr noch möchten wir für unsere Gruppe in dieser Zeit wahlweise Eltern, Lehrer oder große Geschwister sein. Für uns ist es das Wichtigste, unseren Schützlingen eine unvergessliche Zeit zu ermöglichen und ihnen alle Sorgen zu nehmen. Danach reist jeder unserer Schüler wieder zurück in seine Heimat, macht Abitur, entwickelt sich, verwirklicht seine Träume. Nun, einige Jahre später, haben wir die Chance zu sehen, was aus unseren einstigen Schützlingen geworden ist. Denn es ist etwas ganz Besonderes und ein Ziel unserer Reise, dass unsere „Kinder, Schüler, Geschwister“ groß geworden sind. So wählen wir auf unserer Reise als Ziele nicht nur, aber doch immer wieder diejenigen Städte aus, in die es unsere ehemaligen Schützlinge verschlagen hat.

Dieses Mal sind wir in Chile. Ein Land mit einer Nord-Süd-Ausdehnung von mehr als 4000 km in gerade mal einem Monat bereisen zu wollen ist eine Herausforderung. Deswegen sind es unsere ehemaligen Preisträger, die uns neben der Hauptstadt Santiago de Chile auch das idyllische Valdivia ans Herz legen.
Viele Jahre ist es her, dass ich drei Mädels aus Chile in meiner Gruppe hatte. Den Kontakt über die Jahre zu halten haben wir nicht geschafft, aber angeschrieben habe ich sie dennoch. Vielleicht sind sie zufällig in ihren Heimatstädten und haben Lust auf einen Kaffee? Wir sagen immer, der PAD ist wie eine Familie und gerade in solchen Momenten ist es genau das. So wie wir in Deutschland jeden Preisträger, der nach der Reise nochmal zu Besuch oder gar zum Studieren kommt, gerne wiedersehen, egal wie lange der Kontakt unterbrochen wurde, so unkompliziert können wir uns jetzt mit Florencia zu genau einem solchen Kaffee und Kuchen verabreden, hier in Valdivia geht das tatsächlich. Auswanderer aus Deutschland haben neben einer Siedlung, die mit der Form ihrer Dächer einer Deutschen sehr gleicht, auch andere Dinge der Deutschen Kultur hier verewigt. Der „Kuchen de manzana“ ist nur ein Beispiel davon. Ich fiebere dem Treffen entgegen, bin ich doch so gespannt, was nach vielen Jahren aus ihr geworden ist. Florencia ist noch genau wie früher, fröhlich und gut gelaunt, aber auch zielgerichtet und voller Träume. Aus der jungen Dame ist eine erwachsene Frau geworden, die Medizin studiert und sich ein Leben aufbaut. Was außerdem sehr bemerkenswert ist: Sie hat ihre Deutschkenntnisse nicht verlernt, sondern eher noch verbessert. Und genau das alles zu sehen ist ein größeres Geschenk für mich als irgendeine touristische Attraktion des Landes.

Florencia ist nicht die einzige Schülerin, die wir in Valdivia besuchen dürfen. Noch gar nicht lange ist es her, dass Sofia nach Deutschland gekommen ist. Im Jahr 2018 hat sie einen Monat in unserem Land verbracht und jetzt verbringen wir die gleiche Zeit in ihrem. Uns wird außerdem eine ganz besondere Ehre zuteil: Wir dürfen ihren 18. Geburtstag mit ihr feiern!

Bereits bei der Anreise nach Valdivia werden wir von den Spuren deutscher Kolonisten empfangen. Eine ganze Siedlung mit Dächern im europäischen Stil hätten wir hier wahrlich nicht erwartet. Noch viel weniger jedoch, dass uns Sofia als Treffpunkt die „Cerveceria Kunstmann“ vorschlägt, eine Brauerei im Stil einer bayerischen Gaststätte. Aber nein, Sofia möchte ihren 18. Geburtstag nicht einfach nur mit Bier begießen, sie wohnt nur in der Nähe und ihre Mutter holt uns hier ab. Ehe wir es uns versehen, sind wir für einen Tag Teil der Familie und fühlen uns nicht als fremde Gäste, sondern herzlich aufgenommen. Uns wurde sogar das Auto der Familie anvertraut um zu einem nahe gelegenen Park zu fahren. Zur Feier des Tages trifft sich Sofia dort mit ein paar Freunden und zeigt so auch uns in einer wundervollen Wanderung die unglaubliche Geografie des Landes. Von einem Aussichtspunkt aus können wir gleichzeitig das westliche und das östliche Ende von Chile fotografieren! Doch das ist längst nicht alles und so staunen wir nicht schlecht, als bei der eigentlichen Geburtstagsfeier die meist gesprochene Sprache Deutsch ist. Wir waren anfangs unsicher, denn unser Spanisch ist doch bei weitem nicht so gut wie das Deutsch unserer Preisträger. Diese Sorge jedoch löste sich ganz von alleine in Luft auf, denn Sofias Mutter ist selbst Deutsche. Auch viele ihrer Freunde und Geburtstagsgäste sind es oder aber sprechen die Sprache ähnlich gut wie Sofia selbst. Als es dann noch Bratwürstchen, Brezeln und Kuchen gibt, haben wir unser Herz endgültig an ihre Familie verloren.

Und hier erzählt Manuel, warum er sein Herz an das Preisträgerprogramm verloren hat:

 

Mehr zur Reise von Sabryna und Manuel sowie ihrer ersten Station Uruguay.

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