Die Zeit vergeht zu schnell

20190710_152422Nun sind es nur noch wenige Tage, ehe die Preisträgerinnen und Preisträger meiner Gruppe, auch Nudeln genannt, in das Flugzeug steigen und das PAD-Abenteuer 2019 beendet ist. Bis heute Vormittag waren wir alle zusammen in Berlin, wo wir einiges erlebten:

20190714_173535Kulinarisch wurden wir in verschiedensten Restaurants bestens versorgt, wir stürzten uns in die internationale Küche und waren zu Gast bei einem Italiener, Inder und Japaner, doch selbstverständlich durfte die „typisch berlinerische“ Küche nicht fehlen: Currywurst gab es daher zum ersten Mal schon am ersten Tag nach der Ankunft in Berlin. Auch ein vegetarisches Restaurant wurde von uns besucht.

Direkt am ersten Tag konnte der Gruppe ein typisch deutsches Ordnungsphänomen präsentiert werden: Während unseres Stadtspaziergangs bestand der Wunsch der Gruppe, eine Toilette aufzusuchen. Als meine Gruppe höflich bei einem Museum fragte, wurden sie nicht eingelassen, mit dem Hinweis, dass man nur mit einer Eintrittskarte ins Museum kommt. Schnell habe ich gehandelt und bin an die Kasse und habe für meine Gruppe Eintrittskarten besorgt (bei den meisten Museen in Berlin ist der Eintritt frei). Der Sicherheitsmann am Eingang staunte nicht schlecht, als die Preisträgerinnen und Preisträger plötzlich mit einer Eintrittskarte vor ihm standen 😉

20190710_202817Eines der Sightseeing-Highlights erlebten wir bereits zu Beginn: Eine Besucherbetreuerin, die ich bereits aus dem letzten Jahr kannte, führte uns durch den Deutschen Bundestag und erläuterte auf äußerst charmante und verständliche Art und Weise, wie Politik in Deutschland funktioniert. Auf dem Programm der Besichtigung standen nicht die „Standarddinge“ wie der Plenarsaal, die kyrillischen Wörter an den Wänden oder die Tür zum Büro der Kanzlerin; vielmehr ging es in die Kantine, exklusiv (!) auf die so genannte „höhere Beamtenlaufbahn“ (die das Paul-Löbe-Haus und das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus verbindet) und in den Fraktionssaal der FDP.

20190712_180419Auf verschiedenste Art und Weise tauchten wir in das Berliner Leben ein: Die schaurigen Bewohner des London Dungeon zeigten uns ihr düsteres Berlin, ein Obdachloser führte uns entlang der Spree und berichtete von seiner Platzangst (für die Preisträgerinnen und Preisträger besser als „Klaustrophobie“ verständlich) sowie seinem täglichen Konsum von mindestens 24 Dosen Bier und zwei Flaschen Schnaps, die Street-Art-Künstlerinnen Debbie und Lina nahmen uns mit auf das REW-Gelände, wo die kleinste Disko der Welt steht und lehrten uns anschließend, wie man coole Graffitis sprayt, in der Topographie des Terrors wurde uns verdeutlicht, wie die Nationalsozialisten Berlin zum Zentrum des Terrors im Zweiten Weltkrieg machten, im Fichtebunker wurde uns erläutert, wie sich Mütter und Kinder im Falle eines Bombenangriffs schützen konnten und woher das „Bombenwetter“ kommt, die Musicaldarsteller von „Cabaret“ entführten uns in die zwielichtigen Milieus der Zwanziger Jahre Berlins und im Bundesrat kamen wir der Politik sehr nahe und diskutierten über aktives und passives Wahlrecht ab 16 Jahren.

Bei all dem und den vielen weiteren Dingen, die wir in Berlin sahen und erlebten (nicht alles kann Erwähnung finden), kam der Spaß niemals zu kurz, sodass wir mit viel Dankbarkeit für das, was war, und dem, was kommen wird, im Zug nach München sitzen.

Und wenn einer der Preisträger – wie gerade eben – sagt, er würde „einmal kurz auf Toilette gehen“, und ein anderer erwidert „Du kannst auch zweimal gehen“, dann weißt Du: Die Preisträgerinnen und Preisträger sind vollkommen angekommen in Deutschland und seiner Umgangssprache 🙂

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