Berlin im Schnelldurchlauf

2019_DPlus_Brandenburger TorEine mononationale Gruppe in Berlin zu betreuen, stellt die Reiseleiterin/den Reiseleiter jedes Mal aufs Neue vor Herausforderungen. Während aufgrund der gemischten Nationen die Schülerinnen und Schüler im Internationalen Preisträgerprogamm nahezu „gezwungen“ sind, miteinander auf Deutsch zu sprechen, verfällt man bei nur einer Nation schnell in die Landessprache.

So erlebte ich es auch mit der Schülergruppe aus Irland, die ich im Rahmen von DeutschlandPlus bei der Stadtreise in Berlin begleitete. Abgesehen von zusätzlichen Herausforderungen, die anderen Gegebenheiten geschuldet waren, verbrachten wir dennoch eine schöne und sehr heiße Zeit in Berlin. Die Gedenkstätte der Berliner Mauer an der Bernauer Straße sowie den Mauerflohmarkt bei 38 Grad Celsius und kaum vorhandenen Schattenplätzen zu besuchen, brachte nicht nur die Gruppe aus Irland an ihre Grenzen.

2019_DPlus_FriedrichstadtpalastDoch das Wetter hielt uns nicht davon ab, uns ein breites Spektrum von Berliner Geschichte und Kultur anzusehen. Direkt am ersten Abend ging es in die Grand Show „Vivid“ des Friedrichstadtpalasts: Die Liebeserklärung an das Leben und seine vielfältigen bunten Seiten machte uns alle sprachlos, zudem wir die Show aus der ersten Reihe verfolgen durften. Dass die Show uns alle nachhaltig beeinflusste, merkte man spätestens dann, wenn die Lieder aus „Vivid“ immer wieder während des Berlinaufenthalts von der Gruppe gesummt oder gesungen wurden.

Sehr beeindruckend war zudem der Besuch im ehemaligen Gefängnis der Staatssicherheit in Berlin Hohenschönhausen. Ein ehemaliger Gefangener (Republikflucht) verdeutlichte uns das Leben hinter den Gittern und berichtete auf äußert authentische Art und Weise von der Zeit in der DDR. Ebenso authentisch führte uns Dieter, ein ehemaliger Obdachloser, durch die Straßen Berlins, um uns zu zeigen, wie das Überleben auf den Straßen funktionieren kann, warum Pfandflaschen für Obdachlose wichtig sind und welche Funktion Hecken und Bänke in einer Grünanlage haben. Da Dieter mit seinem Ostakzent und aufgrund des lauten Straßenverkehrs nicht immer gut zu verstehen war, sprach ich mich mit ihm ab, dass ich einzelne Dinge nochmals für die Gruppe wiederhole. Er fasste es ganz nett zusammen und hatte nichts dagegen, wenn ich ihn „übersetze“.

20190701_230700Am letzten Tag war eigentlich geplant, mit dem Bus 100 nochmals die Stadt zu erkunden. Startpunkt wäre der Breitscheidplatz gewesen, eben jener Platz, an dem es am 19. Dezember 2016 zu einem Terroranschlag kam. Dass Sorgen und Ängste um Anschläge bis heute omnipräsent sind, bewies ein herrenloser Koffer am Breitscheidplatz, aufgrund dessen der Platz sowie der Kurfürstendamm gesperrt wurden. Zügig brachte ich die Gruppe in Sicherheit und änderte meine Route; am späten Nachmittag stellte sich heraus, dass sich lediglich Klamotten im Koffer befanden. Allein diese Tatsache beweist ganz klar: Selbst wenn alles gut vorbereitet und durchgeplant ist: Es gibt immer etwas, was einen dazu zwingt, den Plan zu ändern und spontan zu handeln 😉

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