Auch die Schattenseiten gehören dazu

20180708_120312von Sebastian Burkard

Berlin zu besuchen, ohne auch die dunklen, traurigen, bedrückenden Seiten der Geschichte zu beleuchten, wäre meines Erachtens nach fatal. Aus diesem Grund widme ich meist einen kompletten Tag der Geschichte Berlins.

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Die Gruppe nahm sich viel Zeit, um die Ausstellungstafeln in Ruhe zu lesen.

Die Geschichte-Tour startete im Nordbahnhof. Eine sehr eindrucksvolle multimediale Dauerausstellung in diesem U- und S-Bahn-Bahnhof erzählt die Geschichte des Geisterbahnhofs während der Spaltung Berlins.  Sie ist für mich stets ein guter Einstieg in die Thematik „Berliner Mauer“, der wir uns im Lauf des Vormittags im Besucherzentrum und der Gedenkstätte Bernauer Straße widmeten. Eine sehr zu empfehlende und zugleich kostenfreie Führung an

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Vor allem das „Fenster des Gedenkens“ sorgte für emotionale Momente.

der Gedenkstätte zeigte der Schülergruppe aus Bulgarien, welche Auswirkungen die Teilung Berlins für die Bewohner der Stadt hatte. Emotionale Augenblicke gab es vor allem am Fenster des Gedenkens. Dieses erinnert an die Menschen (Babys, Kinder, Jugendliche, Erwachsene), die an der Mauer bei einem Fluchtversuch oder im Zusammenhang mit dem Grenzregime erschossen wurden oder tödlich verunglückten. Eine Dame wurde erschossen, weil sie ihre Mutter – auf der anderen Seite der Mauer – zum runden Geburtstag überraschend besuchen wollte. Nicht unberechtigt kamen dabei Tränen in die Augen.

Am Nachmittag zogen wir weiter zum Potsdamer Platz und sahen uns das Stadtbild von oben an. Vom Panoramapunkt hatten wir bei strahlendem Sonnenschein einen wunderschönen Ausblick über die Bundeshauptstadt und konnten uns aus der Vogelperspektive nochmals die Teilung der Stadt verdeutlichen.

Im Anschluss daran widmeten wir uns der Dauerausstellung „Topographie des Terrors“. Lange Zeit habe ich persönlich mich davor gedrückt, diese Ausstellung in das Reiserepertoire mit aufzunehmen. In diesem Jahr wurde ich eines Besseren belehrt. Die (ebenfalls kostenfreie) Führung vor Ort war sehr eindrucksvoll. Die Führung schaffte es, die Gruppe innerhalb weniger Minuten sofort in die Materie zu holen und dann, nicht nur loses Wissen zu vermitteln, sondern die Hintergründe des Terrors zu beleuchten. So saßen wir beispielsweise rund 15 Minuten vor einem Bild, welches die Hinrichtung eines Menschen zeigte und fragten uns: „Warum wurde dieses Bild aufgenommen?“ (Warum ist das Bild im Hoch- und nicht im Querformat? Konnte das Opfer den Fotograf sehen? Usw.) Es war sehr spannend, auch für die Schülergruppe, diesen anderen Blickwinkel einzunehmen.

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Beim Bowling konnten alle ihr Können beweisen und hatten durch die Bank sehr viel Spaß.

Den Abend ließen wir dann entspannt in der Hasenheide beim Bowling ausklingen, wo man mit den PAD-Gruppen inzwischen zu den „Stammgästen“ zählt. Ein geschichtslastiger Tag mit vielen tollen und zugleich emotionalen Eindrücken ging zu Ende. Man war geschafft, aber wie ich anfangs bereits erwähnte: Ohne diese Seiten zu beleuchten, wäre der Berlin-Aufenthalt kein richtiger Berlin-Aufenthalt.

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