Los ging’s mit Bulgarien

von Sebastian Burkard

IMG_3768Nachdem die Städtereise im Deutschland-Plus Programm nun inzwischen mehr als zwei Monate zurück liegt, wird es Zeit, den Blog zu füllen mit meinen Erlebnissen und Eindrücken. Sukzessive werde ich nun versuchen, tagtäglich meine Touren im DPlus und im Internationalen Preisträgerprogramm (IPP) Revue passieren zu lassen.

Auch in dieser Saison hatte ich das Glück, gleich zweimal als Reiseleiter für den PAD aktiv zu sein, sowohl im DPlus als auch im IPP. Die Herausforderung in diesem Jahr bestand allerdings im nahtlosen Übergang zwischen den beiden Programmen. Anfang Juli startete ich also in das Abenteuer 18 Tage PAD am Stück. Warum es am Ende dann sogar 19 wurden, wird in knapp zwei Wochen hier zu lesen sein. Aber wir beginnen von vorn …

Es war ein ganz normaler Arbeitstag für mich. Wie üblich ist mein Handy lautlos und ich bin konzentriert an meinem Arbeits-PC. In meiner Mittagspause werfe ich einen Blick aufs Handy: Vier verpasste Anrufe aus Bonn. Sofort versuche ich, zurückzurufen … Leider erfolglos. Nach der Mittagspause ging es weiter mit einem wichtigen Meeting, das Handy konnte ich dabei nicht laut lassen. Nach dem Meeting: Erneut ein verpasster Anruf aus Bonn. Wenn so oft versucht wird, jemanden anzurufen, scheint es ernst zu sein. Das war es auch. „Hatten Sie als Kind Windpocken?“ Diese Frage war es also, die es dringend zu beantworten galt. Während des Schulaufenthalts ist bei einer bulgarischen Schülerin die Krankheit ausgebrochen, bei Erwachsenen höchst infektiös.  Doch zum Glück hatte ich sie bereits als Kind und konnte Frau Petereit, zuständig beim PAD für das DPlus-Programm, beruhigen. Andernfalls hätte sie wohl sehr kurzfristig einen Ersatz für mich finden müssen. Dennoch gab es die Ansage, dass die Schülerin vorerst nicht mit nach Berlin reisen wird. Entsprechend informierte ich alle gebuchten Programmpunkte und bat darum, die Teilnehmerzahl um eins zu reduzieren. Tags darauf bekam ich dann aber die Mitteilung, dass die Schülerin doch reisefähig sei. Sofort informierte ich wieder die verschiedenen Stellen, um die Teilnehmerzahl zu ändern. (Einige Tage später – kurz vor Start des IPP – werde ich mich genau an diesen Umstand zurück erinnern.)

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Ankunft am Berliner Hauptbahnhof

An einem recht sonnigen Tag startete an einem Freitag mein ICE von Bamberg Richtung Berlin. Planmäßig sollte ich dort um 13:29 Uhr eine Schülergruppe aus Bulgarien empfangen: elf Schülerinnen, ein Schüler und eine Lehrerin. Relativ schnell fanden wir uns am Bahnsteig und fuhren gemeinsam zum Hotel, um dort ein erstes „Briefing“ für den bevorstehenden Aufenthalt in Berlin zu geben. Direkt im

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Immer wieder wurde Station gemacht, um etwas zu den Gebäuden zu erzählen und Fragen zu beantworten.

Anschluss ging es los, um Berlin im Schnelldurchlauf zu erleben. Beim knapp zweistündigen Stadtspaziergang startend am Alexanderplatz mit der Weltzeituhr und dem Fernsehturm, vorbei am Roten Rathaus und dem Berliner Dom, entlang Unter den Linden zum Brandenburger Tor und am Holocaust-Mahnmal, bekam die Gruppe einen ersten Eindruck der deutschen Hauptstadt und ihrer Geschichte. Bei einem großen indischen Buffet (AMRIT) konnte zu Abend gegessen werden, ehe es abends zu einer sehr beeindruckenden Führung in den Deutschen Bundestag ging. Den Bundestag besuchte ich in den letzten Jahren mehrere Male in verschiedensten Konstellationen, doch der Besuch mit der DPlus-Gruppe aus Bulgarien gehört definitiv zu den eindruckvollsten. Frau Tatjana Kreuch, die uns während der Führung begleitete, hat uns auf hervorragende Art und Weise die Arbeit im Bundestag und die Geschichte des Hauses näher gebracht. Sie brillierte mit ihrem Wissen, ging auf ausnahmslos alle Fragen der Schülerinnen und Schüler ein, nahm sich für jede/jeden Einzelnen Zeit und

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Die DPlus-Gruppe aus Bulgarien auf der Kuppel des Bundestags

schaffte es, Politik interessant zu machen. Ich selbst habe Ecken im Bundestag gesehen, die ich davor noch nie gesehen habe – und das nach dem über 15. Mal. Das fand ich sehr beeindruckend. Dieses ganz persönliche Highlight für mich werde ich so schnell nicht vergessen. Im Anschluss sahen wir uns noch die Film- und Lichtprojektion im Parlamentsviertel an. Und jedes Mal aufs Neue ist dies ein ganz bewegender Moment für mich: Auch wenn ich als 90er-Kind die Mauer nicht mehr erlebt habe, bekomme ich jedes Mal Gänsehaut, wenn der Mauerfall im Film gezeigt wird. Wie recht die Toten Hosen doch haben, wenn sie dazu singen: „An Tagen wie diesen … erleben wir das beste, und kein Ende in Sicht.“ – Für mich der perfekte Einstieg in knapp drei Wochen PAD.

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