Die kulinarische Weltenbummlerei

von Johann Schmolke

Wenn die Preisträger des IPP am Ende ihrer Anreise schließlich in Bonn ankommen, haben sie teils weite Strecken hinter sich gebracht, teils eher einen Kurztrip gehabt. So reisten im Jahre 2017 drei Mazedonier der Gruppe 27 innerhalb von drei Stunden nach Deutschland, während die beiden Australierinnen einen ganzen Tag auf den Beinen waren, ehe sie das Hotel Europa in der ehemaligen Hauptstadt der Bundesrepublik erreichten. Ungefähr 37.500 Kilometer legten die Preisträger aus den fünf über den Erdball verteilten Ländern insgesamt zurück, fast einmal um die Erde flogen sie also zusammengenommen.

Doch auch in Deutschland reiste die Gruppe eine Menge, und damit sind nicht nur die etwa 1.100 Kilometer von Bonn über Hamburg und Berlin bis nach München gemeint- die Zugspitze nicht mitgerechnet. Denn ganz ohne sich ins Flugzeug zu setzen, machten wir zusammen eine Weltreise, die uns zwar zwar nicht in die Herkunftsländer der Gruppenmitglieder brachte, doch ebendiese Nationen zu uns holte: Ein Dank an die kulinarische Weltenbummlerei!

Den Anfang machte das australische Restaurant im Sony-Center in Berlin: Im Corroboree wurde Salat, Burger und Barbecue angeboten. Die besonders Experimentierfreudigen unter uns wagten sich sogar an den Känguru-Burger heran- und waren begeistert!

Ein paar Tage später reisten unsere Gaumen auf den indischen Subkontinent. Das auf einem vertäuten Kahn gelegene Restaurant bot eine gemütliche Atmosphäre und während die Enten gemächlich den Kanal entlang schwammen, eilte die redegewandte indische Preisträgerin zwischen den Tischen hin und her und stand dem Rest der Gruppe mit Rat und Tat zur Seite: „Dieses Curry ist besonders lecker, kann ich nur empfehlen“ Oder: „Mh, das Gericht ist dir, glaube ich, zu scharf, nimm lieber die Nummer 13.“ Der Kellner stand nur daneben und guckte beeindruckt, besser hätte er es nicht machen können. Eine Arbeitsstelle war der Preisträgerin hier auf jeden Fall sicher, konstatierte er.

Einige Hundert Kilometer weiter südlich lernten wir die Küche des Balkans näher kennen. Das kroatische Restaurant bot ebenso mazedonische Gerichte an, wodurch die drei Mazedonier zu Experten wurden. Hauptzutat fast aller Gerichte der südosteuropäischen Gerichte war Fleisch, wie es Obelix gefallen hätte, denn auch die Portionen waren für Gäste seines Kalibers konzipiert.

Nach all den Exkursionen in ferne Länder stand die heimische Küche auf dem Plan: Im „Alten Simpl“ wurde zünftig-bayrisches Essen aufgetischt, Hax´n und Kraut oder Weißwurst kam auf die Teller.

Ob das mexikanische Restaurant als Ersatz für den Nicaragua-Besuch herhalten musste, ist ungewiss. Fest steht nur, dass der Direktflug mit Culinarian-Airlines von Deutschland nach Managua kurzfristig gestrichen wurde. Gleiches galt für sämtliche Strecken nach Kasachstan. Und so endete die Weltenbummlerei mit dem Besuch eines Imbisses, den wohl schon jedes Land gesehen hat und der deshalb als fairer Kompromiss angesehen werden kann: Bei McDonalds.

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