Ein treuer Begleiter-Das Reisetagebuch

von Johann Schmolke

Zu Beginn ein trauriger Fakt: Menschen vergessen. Vieles. Zu viel?

Denke ich an die letzte PAD-Saison zurück, macht sich ein Lächeln in meinem Gesicht breit. Ich erinnere mich noch gut an all die großartigen Menschen, die ich kennenlernte und die spannenden Orte, die wir besuchten. Und dennoch sind mir viele Einzelheiten schon entfallen. In welcher Stadt waren wir damals im Improvisations-Theater? Wie hieß das Hotel in Berlin doch gleich?

Unsere Erinnerungen werden immer wieder durchgesiebt. Vieles geht verloren, einiges bleibt im Hinterkopf erhalten und nur ein Bruchteil ist für uns aktiv abrufbar.

Umso schöner ist es, dass es das PAD-Tagebuch gibt!

Schon vom Deckblatt aus lächelt mich die Gruppe 7 herzlich an, hinter ihr ragt das stolze Brandenburger Tor in die Höhe. Auf den folgenden fünfzig Seiten ist jeder Tag ausführlich festgehalten: Ich lese von langen Reisen mit Transportmitteln aller Art, anstrengenden Stadtrundgängen durch das 30 Grad heiße München und kulinarischen Wagnissen im australischen Restaurant. Da das Reisetagebuch jeden Abend von einem neuen Schreiber fortgesetzt wird, entsteht mit der Zeit ein schillerndes Mosaik der Erlebnisse. Zeichnungen, Collagen und Erzählungen finden sich darin und erzeugen eine Menge allseits bekannter Aha-Momente, wenn die Erinnerung an das eine oder andere zurückkehrt. Sogar ein Gedicht findet sich unter den Aufzeichnungen.

So ist das Erlebte sicher auf dem Papier fixiert. Und ich kann beruhigt schlafen gehen, ohne in Sorge sein zu müssen, dass ich eines Tages aufwache und die PAD-Zeit nicht mehr erinnern kann. Denn wie schon ein Musiker unserer Zeit zu singen wusste:

„Wenn die Erinnerung auch langsam verschwindet,

weiß ich immerhin genau, wo man sie findet.“

3 Gedanken zu “Ein treuer Begleiter-Das Reisetagebuch

  1. Hallo Johann, vielen Dank für deinen Beitrag – da wird man ja richtig wehmütig! Aber du hast uns auch ein bisschen neugierig gemacht. Von wem ist denn das Song-Zitat? Natürlich würden wir jetzt auch sehr gerne einen kleinen Blick in dein Reisetagebuch werfen…. Vielleicht kannst du noch ein Foto davon machen? Liebe Grüße!

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    • Das Zitat stammt aus dem Lied „Bilder im Kopf“ von Sido, welcher in diesem musikalischem Werk wahre Worte singt, wie ich finde.

      Liebe Grüße, Johann

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