Mein Herz blau-weiß

Von Alfred Taborga

Am 1. Juni 2017 war es 20 Jahre her, dass ich ins Flugzeug gestiegen bin um ein Abenteuer zu erleben das- obwohl ich es nicht wusste- mein Leben für immer ändern würde! Das war auch das erste Mal dass ich nach Europa gehen würde. Bis damals war das nur ein Traum meiner Kindheit. Europa und Deutschland waren nur Bilder und Erzählungen meiner Oma, Mutter und Freunde.

Ihr habt mir einen 1-monatigen Deutschlandaufenthalt gegeben. Offiziell verbrachte ich 4 Wochen mit den Leuten der Gruppe 14, weniger Zeit mit Leuten anderer Gruppen, und zwei Wochen bei einer Familie und in einer Schule mit den anderen Gastgeschwistern. In Wirklichkeit, und wie ihr vielleicht nicht wisst, habt ihr mir das größte Geschenk dass ich in meinem Leben gekriegt habe gegeben: meine Leute der Gruppe 14 – die anderen Prämienschüler- sind Freunde, die in meinem Leben geblieben sind, die mich in Mexiko besucht haben, oder die Türen ihrer Häuser und Herzen für mich aufgemacht haben, die mir ihre Kulturen, Städte und Länder gezeigt haben und die bei mir gewesen sind, sogar in den schwersten Momenten meines Lebens. Ich will mich bei Euch bedanken für Vannsy, Gerardo, Martin, Nora, Zoryel, Sarah, Ceci, María und Rita! Leute die mit Facebook aufgewachsen sind kapieren nicht was eine Freundschaft zu bauen bedeutete, in der Zeit wo man sich auf Briefe, Postkarten und Weihnachtsgrüße freuen konnte.

Mein Aufenthalt in Bayern malte mein Herz blau-weiß und es gibt kaum eine andere Stadt in der Welt wo ich mich so daheim fühl wie München, kaum ein Gericht, dass ich mehr genieß als eine Schweinshaxe, ein Maß Bier und ein Brezn… der Grund sind definitiv die Freunde die ich dort hab, nicht nur die Mitschüler und Gastgeschwister meiner Freunde, sondern auch deren Familien und Freunde, die daran schuld sind, dass meine Besuche in Mühldorf niemals lang genug sind und dass ich immer ein paar Kilos zunehme nach meinen Besuchen in Bayern, wenn wir im Venezia Eis Café kaffeeklatschen, in der Keller Kneipe Bier trinken, oder Essen in ihren Küchen genießen…

Mir fehlen die Worte um mich dafür zu bedanken, dass Ihr mir eine Familie gegeben habt. Diese Gastfamilie, bei der ich vor 20 Jahren 2 Wochen verbracht hab, hat kurz danach den Gast-Teil verloren und mich als einen 4. Sohn aufgenommen. Obwohl ich Mexikaner bin, habe ich eine sehr kleine Familie und der PAD hat mir einen deutschen Vater, eine deutsche Mutter und 3 Brüder geschenkt. Eine Familie bei der ich Weihnachten verbracht hab, mit der ich Urlaub gemacht hab, die mir die Liebe für das Skifahren und Snowboarding, Gans, Dampfnudeln und Knödel beigebracht hat, mit der ich sogar mein Heimatland durchreist hab und die mir Bayerisch beigebracht hat. Ein paar Wies’n und Hochzeiten später bin ich wahrscheinlich der einzige Mexikaner der seine eigene Lederhose anzieht und Weihnachten mit Plätzchen und Glühwein feiert und Christkindlmärkte und Leberkässemmeln vermisst.

Ihr habt mein Leben und meine Lebenseinstellung verändert, die Grenzen meiner Welt erweitert, meine Liebe für Deutschland, die deutsche Kultur und die Deutsche tiefer verwurzelt und aus all diesen Gründen will ich DANKE SCHÖN sagen.

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